Die Begründung: Er weise einen "instabilen psychischen Zustand" auf und müsse daher unter Beobachtung gestellt werden. Das bestätigte ein Anwalt Nabils auf der Webseite "ahram".
"Verleumdung der ägyptischen Streitkräfte"
Der 25-Jährige Nabil war bereits im April von einem Militärgericht wegen "Verleumdung der ägyptischen Streitkräfte" zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein anderes Militärgericht hatte in der Vorwoche das Urteil nach internationalen Protesten aufgehoben und ein neues Verfahren angeordnet. Trotzdem blieb Nabil weiter in Haft.
Der neue Prozess hätte am Dienstag über die Bühne gehen sollen. Der Blogger, der seit fast zwei Monaten im Hungerstreik ist, weigerte sich aber, daran teilzunehmen.
Er lehne es ab, dass Zivilisten vor Militärgerichte gestellt werden, so die Erklärung Nabils. Auf Antrag eines - gegen seinen Willen ernannten - Pflichtverteidigers wies ihn das Militärgericht daraufhin in die Psychiatrie ein.
11.000 Ägypter vor Militärgerichte
Nabil hatte in seinem Blog unter anderen über Foltervorwürfe von Demokratie-Aktivisten berichtet, die in der Zeit nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak von der Militärpolizei verhaftet worden waren. Er ist einer der ersten Ägypter seit dem Umsturz, die wegen eines Meinungsdelikts ins Gefängnis mussten. Seit dem erzwungenen Rücktritt Mubaraks im Februar sind rund 11.000 Ägypter vor Militärgerichte gestellt worden, die meisten von ihnen waren bei Demonstrationen festgenommen worden.